Kategorie: Examensvorbereitung

Essentials für das schriftliche Staatsexamen

Essentials für das schriftliche Staatsexamen

Geeignetes Essen

Entgegen vieler Horrorstorys über viel zu wenig Zeit und das Essen vergessen, ist meine Meinung: Essen ist wichtig. Sehr sehr wichtig. Ja, die Zeit ist knapp, aber du sollst ja auch keinen ganzen Picknickkorb verspeisen. Deshalb – pack dir Sachen ein, die du gut nebenher und bestenfalls mit einer Hand essen kannst. Ich habe gerne ganz viel klein geschnittenes Obst, Müsliriegel, Schokolade etc mitgenommen, das konnte ich auch super nebenher essen, wenn ich meiner Hand sowieso wenige Minuten Ruhe gönnen wollte. Einige hatten auch in mundgerechte Stücke geschnittene Brote dabei, finde ich auch super. Wenn ihr euch nicht unbeliebt machen wollt, packt es nach Möglichkeit nicht allzu aufwändig ein. Wenn ihr erstmal mit der Alufolie oder sonstigem raschelt, erntet ihr schnell (und verständlicherweise) ein paar böse Blicke.

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Tipps für die mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen

Tipps für die mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen

Nachdem ich zwei mündliche Prüfungen im Staatsexamen (regulärer Versuch + Verbesserungsversuch) hinter mich gebracht habe, fasse ich hier für euch meine gesammelten Tipps für das mündliche Examen zusammen.

1. Sei selbstbewusst

Natürlich ist Selbstbewusstsein immer stark vom Charakter abhängig und niemand sollte sich schlecht fühlen, nur weil er eher zurückhaltend und introvertiert ist. Trotzdem ist es hilfreich zumindest zu versuchen, nach Möglichkeit selbstsicher aufzutreten. Blickkontakt mit den Prüfern, zügig und präzise antworten, lächeln, aufrecht sitzen, nicht auf den Boden schauen, den Raum und die anderen Prüflinge immer im Blick behalten – das sind einige Dinge, die sich meiner Meinung nach recht einfach umsetzen lassen, auch wenn man sich selbst als eher schüchtern einstufen würde. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn die Stimme anfangs etwas zittert, das war bei mir nicht anders.

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Meine mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen | Pt. 2

Meine mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen | Pt. 2

Aus der Ferne versuche ich zu erkennen, ob bereits einer meiner Leidensgenossen da ist, ob ich sie vor dem Gericht stehen sehe. Wir haben uns im Vorfeld getroffen, kennengelernt, ein wenig ausgetauscht, vermeintliches Insiderwissen über die Prüfer geteilt. Es beruhigt zu wissen, wer da gleich mit mir mehrere Stunden in dem Raum sitzt und bangt. Ich sehe niemanden dort stehen, vielleicht sind sie drinnen? Vor der riesigen Tür des Landgerichts angekommen, schaue ich mich nochmal um und beschließe reinzugehen. Aber die Tür ist verschlossen. Ich versuche nochmal und nochmal sie zu öffnen, aber sie lässt sich nicht bewegen.

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Meine mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen | Pt. 1

Meine mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen | Pt. 1

Heute ist es endlich soweit, heute habe ich meine mündliche Prüfung. Ich fiebere schon lange auf diesen Tag hin, gefühlt jeder hat seine Prüfung bereits hinter sich, ich bin als Eine der Letzten an der Reihe. Ich höre seit fast zwei Wochen Erfahrungsberichte, nach denen ich teilweise gar nicht gefragt habe, aber ich verstehe die Anderen – irgendwie muss man dem Luft machen, was man da erlebt hat, irgendwie ist es ja doch eine völlig neue Erfahrung für uns. Mündliche Prüfungen sind im Jurastudium bis zum Staatsexamen nicht an der Tagesordnung. Irgendwie kurios, dabei ist Kommunikation und Sprache doch das Werkzeug jedes Juristen.

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Wochenrückblick (15.04.2019 – 21.04.2019)

Wochenrückblick (15.04.2019 – 21.04.2019)

Themen der Woche:

BVerfG verhandelt über die Vereinbarkeit des § 217 StGB mit dem Grundgesetz:

In dieser Woche beschäftigte sich das Bundesverfassungsgericht mit der Frage, inwieweit die Strafnorm des § 217 StGB mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Diese Norm stellt die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe. Mehrere Verfassungsbeschwerden von Ärzten wie auch Betroffenen wurden gegen die Verfassungsmäßigkeit der Norm erhoben. § 217 StGB wurde im Jahr 2015 verabschiedet, um der „Normalisierung des Suizids entgegenzuwirken“ – so unter anderem die Intention des Gesetzgebers. Die Antragssteller bringen vor allem vor, der selbstbestimmte Tod stehe ihnen als „Notausgang“ durch ihre Menschenrechte zu. Der zweite Verhandlungstag lässt vermuten, dass das BVerfG ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben durch das Grundgesetz (Allgemeines Persönlichkeitsrecht, Art. 1 I GG iVm Art. 2 I GG) erwägt.

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Nach den Examensklausuren – zwischen Erleichterung und Leere

Nach den Examensklausuren – zwischen Erleichterung und Leere

Ich muss nicht mehr lernen – dieser Gedanke versucht sich in meinem Kopf einzunisten und doch kommt er nicht an. Gestern habe ich meine letzte Klausur des schriftlichen Examens geschrieben und damit meine Freiheit zurückbekommen. Jetzt liege ich hier, an einem Samstagmorgen um 11 Uhr, im Bett und das ist okay. Ich kann ohne schlechtes Gewissen rumliegen und tun, was immer ich möchte.  „Ich muss nicht mehr lernen“ rufe ich mir immer wieder in Erinnerung, ich realisiere es nicht. In mir dieser Tatendrang – oder doch Zwang? Dieses Nicht-Abschalten-Können, dieser immer präsente Gedanke an den Berg der Lernunterlagen – ist immer noch da. Und auch das ist okay. 

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Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 3

Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 3

In der zweiten Examenswoche stehen gleich vier Klausuren an. Montag noch ein letztes Mal Zivilrecht, Dienstag und Donnerstag Öffentliches Recht und das krönende Ende bringt Strafrecht mit sich. Die Woche fliegt nur so an mir vorbei, ich nehme die Tage kaum wahr. Meine Hand schmerzt immer mehr, die wenigen Stunden zwischen den Klausuren geben ihr kaum genug Zeit zur Erholung. Mein kleiner Finger ist rot und wund vom endlosen Schreiben, ich bin müde, ich bin ausgelaugt, meine Akkus sind von Tag zu Tag leerer. Irgendwie ziehe ich es durch, ich denke nicht viel nach. Ich schreibe und schreibe und versuche das jahrelang Erlernte sinnvoll auf Papier zu bringen. Nachmittags schlafe ich, liege rum, schaue Serien, esse Ungesundes, das Lernen nach den Klausuren habe ich längst aufgegeben.

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Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 2

Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 2

Seit kurz nach vier Uhr morgens nicke ich immer nur kurz ein, schrecke jedes Mal hoch, ich habe unheimliche Angst den Wecker um kurz nach fünf zu überhören. Heute steht die zweite Examensklausur an und ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passieren würde, falls ich verschlafe. Dabei ist das vermutlich das Letzte, was mir heute passiert. Ich habe besser geschlafen als in der vorherigen Nacht, mein Schlaf ist trotzdem sehr leicht. Zehn Minuten, bevor mein iPhone mit seinem nervigen Alarm losdröhnt, schalte ich den Wecker aus – erholsam ist dieses Dösen sowieso nicht. Ich lege den Arm um den Bauch meiner Freundin, kuschele mich an ihre Rücken und versuche positive Energie zu verstreuen.

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Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 1

Jura – Erstes Staatsexamen: Wie es wirklich war | Pt. 1

Es ist Donnerstag, gerade mal kurz nach 5 Uhr morgens. Ich stehe auf und gehe hellwach ins Bad. Geschlafen habe ich wenig bis gar nicht – vor Nervosität. Heute schreibe ich die erste Klausur meines ersten Staatsexamens – und puh, plötzlich bin ich ziemlich aufgeregt. Die Wochen und Monate war ich die Ruhe selbst, ganz bei mir und hatte Vertrauen auf mich und meine Fähigkeiten. Wollte mich nicht wie die Meisten völlig verrückt machen, sondern so ruhig wie eben möglich an diese Sache rangehen. Gelang mir auch gut – bis gestern. Drei Tage zuvor habe ich mir „freigenommen“, kein Lernen mehr, möglichst gut entspannen, lachen, Spaß haben, zur Ruhe kommen. Und das klappt wirklich gut, meine Freundin hat sich Urlaub genommen, wir genießen die Zeit. Am Tag vor der ersten Klausur spüre ich schon eine leichte Unruhe in mir, bin sehr reizbar und nah am Wasser gebaut. Und abends bekomme ich dann kein Auge zu. Aber gut, dieses nicht-schlafen-können kenne ich bereits von mir, das ist nicht neu. Immer, wenn etwas ansteht, dass mich in irgendeiner Weise emotional belastet, schlafe ich nicht mehr. Ich akzeptiere es, kuschele mich in den Arm meiner Freundin, versuche ruhig zu atmen, mein schnell schlagendes Herz zu verlangsamen und döse immer mal wieder ein. Ab vier Uhr starre ich nur auf die Uhr und warte, bis ich aufstehen kann.

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Vom sich verlieren und wieder finden

Vom sich verlieren und wieder finden

‚Ich werde auf jeden Fall Richterin‘, ‚Für mich geht’s in die freie Wirtschaft, habe schon mehrere Praktika bei X und Y gemacht‘ und ‚Für mich war immer klar, dass ich Strafverteidiger werde‘ – diese Sätze oder Sätze dieser Art höre ich in letzter Zeit ständig. Wir haben das Kapitel Uni irgendwo schon abgeschlossen, bewegen uns immer näher Richtung Ziel, laufen und rennen und fast atemlos kommen wir bald an. Darauf haben wir so lange gewartet, darauf haben wir so sehr hingearbeitet. Gelacht, geweint, gefeiert, viel zu viel gelernt, viele Sommer verpasst, zahllose Bücher gewälzt, zu viel Koffein konsumiert, große Schatten unter den Augen, geplatzte Adern in den Augen vom stundenlangen Starren auf das Gesetz, seitenweise Klausuren geschrieben, Sehnenscheidenentzündung gab’s kostenlos dazu und jetzt stehen wir hier – das erste Staatsexamen (fast) in der Tasche.

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