Tipps für die mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen

Tipps für die mündliche Prüfung im ersten Staatsexamen

Nachdem ich zwei mündliche Prüfungen im Staatsexamen (regulärer Versuch + Verbesserungsversuch) hinter mich gebracht habe, fasse ich hier für euch meine gesammelten Tipps für das mündliche Examen zusammen.

1. Sei selbstbewusst

Natürlich ist Selbstbewusstsein immer stark vom Charakter abhängig und niemand sollte sich schlecht fühlen, nur weil er eher zurückhaltend und introvertiert ist. Trotzdem ist es hilfreich zumindest zu versuchen, nach Möglichkeit selbstsicher aufzutreten. Blickkontakt mit den Prüfern, zügig und präzise antworten, lächeln, aufrecht sitzen, nicht auf den Boden schauen, den Raum und die anderen Prüflinge immer im Blick behalten – das sind einige Dinge, die sich meiner Meinung nach recht einfach umsetzen lassen, auch wenn man sich selbst als eher schüchtern einstufen würde. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn die Stimme anfangs etwas zittert, das war bei mir nicht anders.

2. Antworte auf jede Frage

Bleib mit den Prüfern im Gespräch. Auch wenn dir eine Frage gestellt wird, auf die du im ersten Moment die Antwort nicht weißt, solltest du nicht schweigen. Alles ist besser als nichts zu sagen. Du kannst auch zugeben, dass du die konkrete Antwort nicht weiß, aber den Prüfer an deinen Gedanken teilhaben lassen – in etwa so: „Das kann ich so gerade nicht beantworten, aber ich schaue mal in Gesetz XY nach, ich habe den Paragraphen Z im Kopf, der könnte meiner Meinung nach hier passen.“. Dann weiß der Prüfer, was du denkst und kann dich unter Umständen auch unterstützen und in die richtige Richtung lenken.

3. Sei nicht aufdringlich

Oft ergibt sich die Situation, dass einer der anderen Prüflinge eine Frage nicht beantworten kannst und du selbst die Antwort kennst. Auch wenn es dir in den Fingern kribbelt – eine Handmeldung ist in der Regel nicht angebracht. Damit bringst du deinen Kollegen in eine unangenehme Situation, weil er sich noch mehr unter Druck gesetzt fühlt. Außerdem wird das meiner Erfahrung nach auch von Prüfern nicht allzu gerne gesehen. Wenn sie die Prüfung mit deinem Kollegen beenden möchten, fragen sie den Nächsten oder geben die Frage für die Runde frei. Das Einzige, was du in einer solchen Situation tun kannst, ist abwarten und selbstbewusst in Richtung des Prüfers zu schauen, um deine Bereitschaft zur Antwort zu signalisieren.

4. Trag etwas, worin du dich wohl fühlst

Klar, du solltest nicht zwingend in deinem Adidas-Jogger oder Hotpants auftauchen – das ist vermutlich selbsterklärend. Und für Männer ist der Anzug wohl die klassische und simpelste Wahl. Wobei ich vermehrt Männer gesehen habe, die eine schlichte, dunkle Jeans mit Hemd und Sakko kombiniert haben – wogegen meines Wissens nach niemand etwas einzuwenden hatte. Also ja, ungeschrieben gilt eine gewisse Kleiderordnung, es sollte an diesem Tag etwas schicker sein. Aber wenn du dich als Frau in hohen Schuhen einfach unwohl fühlst, nicht darin laufen kannst – dann lass es. Es gibt auch wirklich schöne flache Schuhe, die genauso gut tragen kannst. Ebenso für Männer – wenn du Krawatten einfach nichts abgewinnen oder sie nicht binden kannst, dann lass es. Wir sind nicht bei einer Debatte im Bundestag, sondern „nur“ bei einer mündlichen Prüfung. Der Tag der Prüfung ist unangenehm genug, zwing dich nicht jemand zu sein, der du nicht bist.

5. Nimm ausreichend Essen und Trinken mit

Ich hatte viel zu wenig Wasser und Essen dabei, das habe ich beim regulären Versuch sehr bereut. Uns wurde vor Ort und im Prüfungssaal (anders als den Prüfern) auch kein Glas Wasser an den Platz gestellt. Man darf auch nicht unterschätzen, wie ausgepowert und hungrig man in den Pausen zwischen den einzelnen Prüfungen ist – also genug einpacken.

6. Kommuniziere deine Vorstellungen

In der Regel führt man vor dem offiziellen Beginn der Prüfung ein Vorgespräch mit dem Vorsitzenden. Das ist deine Chance zu erklären, wie deine Situation ist, welche Note du gerne erreichen würdest etc.! Sei offen und ehrlich, natürlich auch realistisch und lass den Prüfer in deinen Kopf schauen, das kann er nicht ohne deine Hilfe. Oft versuchen Prüfer dann auch, einen Prüfling entsprechend zu prüfen und fragen etwas gezielter nach, um ihn eventuell eine Notenstufe nach oben zu heben.

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